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Zuletzt aktualisiert am 12. September 2016

Aktuelles

 

 

Eine Chronik der Feuerwehrkapelle finden Sie auf Seite 2.


Vom Posaunenchor bis zur Feuerwehrkapelle Züttlingen
von Steffen Johann und Frank Sailer

Schon um die Jahrhundertwende erwachte der Gedanke bei dem damaligen Pfarrer Kraus in Züttlingen einen Posaunenchor zu gründen, aber es fand sich niemand, der die Sache in die Hand nahm.
Als bei der Hochzeit von Mina Geist der Heilbronner Posaunenchor in der ev. Kirche spielte, erwachte erneut dieser Gedanke. Der Ehemann von Mina Geist war Bläser beim Heilbronner Posaunenchor. Dieser erklärte sich bereit, den jungen Bläsern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und ihnen eventuell das Spielen beizubringen. Nach langen Verhandlungen waren einige junge Burschen vom hiesigen Jünglingsverein bereit, aktiv mitzuwirken. Da der Jünglingsverein sehr gut bei Kasse war, fiel es ihm nicht schwer, die Anschaffung der Instrumente vorzunehmen. Lehrer V. Endres erklärte sich bereit, den Posaunenchor zu leiten.
Während des 1. Weltkrieges mussten einige aktive Bläser in den Krieg, deshalb ruhte die weitere Ausbildung. Nach Kriegsende wurde aus dem ehemaligen Posaunenchor eine Musikkapelle. Am 1. August 1920 gründeten acht Männer die "Musikkapelle Züttlingen". Gründungsmitglieder waren: Christian Müller sen., Christian Müller jun., Hermann Müller, Karl Müller, Wilhelm Willig, Rudolf Schmid, Rudolf Wolf und August Scheufler.
Vom früheren Jünglingsverein Züttlingen wurden die Instrumente erworben. Sie kosteten damals 1090 RM. Dieser Betrag wurde auf die einzelnen Mitglieder umgelegt, sieben davon bezahlen 155 RM, der achte Mann konnte nur 5 RM beisteuern.
Dass schon damals sehr sparsam mit dem Geld haushalten musste, kann man aus den gut geführten Kontobüchern der Kapelle ablesen. Als Beispiel sei gesagt, dass im Mai 1922 ein Betrag von 25 Pfennigen "als gefunden", extra der Kasse gutgeschrieben wurde. Der Zweck der Kapelle war, die Musik zu pflegen, um in gegebenen Fällen in harmonischer Weise das Schöne und Edle zu fördern. Jedes Mitglied hatte ein Eintrittsgeld von 150 RM zu entrichten. Beschädigungen an Instrumenten, Notenbüchern usw. musste der Verursacher auf eigene Kosten tragen (lt. Satzung). Einnahmen kamen aus Spenden für gespielte Ständchen bei Hochzeiten, Geburtstagen oder ähnlichen Anlässen. Es ist nicht verwunderlich, dass sich bei solchen Bedingungen eine Kapelle sehr schwer tat, weiter zu existieren. Wahrscheinlich hat dies den nächsten Schritt der Kapelle, nämlich eine Vereinigung mit der Freiwilligen Feuerwehr, ausgelöst. Der damaligen Auffassung entsprechend, wurde die Feuerwehr nach militärischem Muster geführt und es gehörte sich, dass eine solche Formation (80 - 100 Mann stark) über eine Kapelle verfügte. Die Feuerwehr mit dem Wunsch nach einer Kapelle und die Existenznot der Musikkapelle waren wahrscheinlich die Ursache, dass sich beide zusammenfanden.
Ab 1. Juni 1926 nannte sich die Musikkapelle "Feuerwehrkapelle Züttlingen".
Bald erschien sie nun in schmucker Uniform; Tellermütze und Tuchrock mit blinkenden Messingknöpfen und als stolzes Standeszeichen die so genannten "Schwalbennester" an den Schulternähten.
In den folgenden Jahren war die Feuerwehrkapelle ein fester Bestandteil im öffentlichen Leben unserer Gemeinde. Über Jahre hinaus beschreibt das liebevoll geführte Protokollbuch jeden Auftritt. Vereinsfeste, Festgottesdienste, Geburtstagsständchen, nationale Feiertage, politische Veranstaltungen, gleichviel, ohne die Feuerwehrkapelle ging nichts. Sei es im Ort oder in der Nachbarschaft, alles gehörte ganz einfach zu den Obliegenheiten der Kapelle. Selbst bei den Trauergottesdiensten für die Gefallenen der Gemeinde stellte sie sich dem Gemeinwohl zur Verfügung. Nach dem 2. Weltkrieg fanden sich die überlebenden Musiker erneut unter dem unermüdlichen Dirigenten Karl Müller zusammen, allerdings nicht mehr im Verband der Feuerwehr, denn das war untersagt.
Wie schon einmal bei der Gründung 1920, gab es 1945 eine „Musikkapelle Züttlingen“. Im Zeitalter der Schallplatte und des Tonbands blieb der Nachwuchs fast aus, viele haben wir zu Grabe getragen, klein und kleiner wurde das Häuflein, und auch die Finanzlage war nicht die Beste und man suchte wieder einen Zusammenschluss.
Bei der Feuerwehr waren die gemeinsamen Jahre nicht vergessen.
Der damalige Kommandant Friedrich Bauer betrieb energisch die Wiedervereinigung. In der Jahreshauptversammlung 1956, im Gasthaus „Krone“, erfüllte sich ein Wunsch. Einstimmig seitens der Musik und der Feuerwehr wurde beschlossen, dass die Kapelle wieder Teil der Feuerwehr sein sollte. Obwohl nicht mehr uniformiert, waren beide in Mitgliedschaft und Verwaltung zusammengeschlossen. Es war nun nicht mehr die „Feuerwehrkapelle Züttlingen“, sondern „die Kapelle der Feuerwehr“. Trotz aller Bemühungen konnte die Anzahl der Musiker nicht nennenswert erhöht werden. Als dann 1970 der Dirigent Karl Müller aus Altersgründen nach 50-jähriger Tätigkeit aufhören musste, schien das Ende der Kapelle endgültig zu sein. Nach dem Willi Thren (1. Vorstand MV Siglingen) von Anton Schmittle gebeten wurde, mit dem Rest der Kapelle wieder zu proben, fand am 16. April 1970 die erste Musikprobe statt. Damals gelang es mit vereinten Kräften, in kurzer hörbar Musik auf die Bühne zu bringen. Mit Unterstützung einiger Musiker aus Möckmühl und Siglingen fand schon am 10. Juli 1971 das 1. Platanenfest statt. Auf Vorschlag des Siglinger Vorstandes Willi Thren entstand somit eine Spielgemeinschaft zwischen dem MV Siglingen und der Feuerwehrkapelle Züttlingen. Durch die Spielgemeinschaft wurden die Musiker aus Züttlingen Mitglied im MV Siglingen, wodurch sie ihre langjährige aktive Musikertätigkeit vom Blasmusikverband Baden-Württemberg geehrt werden konnten. Die Eigenständigkeit der beiden Vereine blieb jedoch erhalten. Nach dem Zusammenschluss bestand die Kapelle aus 24 aktiven Musikern (18 Siglinger, 6 Züttlinger) und 12 Jugendlichen (9 Siglinger, 3 Züttlinger). Beim Musikfest im Juni 1975 in Siglingen wurden erstmals folgende Musiker geehrt:
10–jährige Mitgliedschaft „Ehrennadel in Bronze“:
Reiner Schmittle
20-jährige Mitgliedschaft „Ehrennadel in Silber“:
Heinz Ackermann, Viktor Johann, Alexander Lietke und Anton Schmittle
50-jährige Mitgliedschaft „Ehrenbrief und Ehrennadel in Gold“:
Eugen Edelmann
Nach dem Zusammenschluss beider Kapellen verbesserte sich die musikalische Leistung ständig und es wurde regelmäßig an Wertungsspielen mit großem Erfolg teilgenommen. Dies ist in erster Linie dem unermüdlichen Einsatz der Dirigenten und auch der Musiker zu verdanken. Im Juli 1997 fand das Kocher-Jagsttal-Musikfest in Verbindung mit unserem „Platanenfest“ statt. Grund dafür war die 25-jährige Spielgemeinschaft zwischen dem MV Siglingen und der Feuerwehrkapelle. Dies zeigt die gute Zusammenarbeit beider Vereine, ohne die es weder in Züttlingen noch in Siglingen eine Musikkapelle geben würde.

Traditionelle Auftritte der Musikkapelle Siglingen-Züttlingen in heimischen Gefilden sind:

- das Jahreskonzert, das im März/April abwechselnd in Siglingen und Züttlingen stattfindet

- die musikalische Begrüßung des Wonnemonats Mai. Dabei spielt die Musikkapelle am frühen Morgen

für die Bevölkerung in Siglingen, Reichertshausen, Züttlingen, Ernstein und Kressbach.

- Auftritt auf dem Platanenfest, sowie Arbeitseinsatz im Festzelt

- Frühschoppenkonzert anlässlich der Dorffeste in Züttlingen

- Besenwochenende seit 2004 im Foyer der Lindenhalle

- Musikalische Umrahmung des Volkstrauertages

- Adventstournee der Jugendkapelle in Reichertshausen, Ernstein und Kressbach

- Spielen unterm Lichterbaum am Heiligen Abend

- Konzerte mit der Chorgemeinschaft Züttlingen

- Ein außermusikalisches Highlight für die Skifreunde sind die jährlich von

Steffen Johann organisierten Skiausfahrten. So fand im Jahre 2008 bereits die 13. Ausfahrt statt.

 

Im Zeitraum von 2001 bis 2006 war Steffen Johann einer von 3 Vorständen des Musikvereins Siglingen. Ab 2006 bis zum heutigen Zeitpunkt ist Frank Sailer Schriftführer in der Vorstandschaft des Musikvereins Siglingen. Ilona Harrer ist seit 2001 in der Jugendleitung tätig. Im Jahr 2008 ist ferner noch Ralf Wattenberg als Züttlinger Vertreter im Vereinsausschuss. Die musikalische Leitung der „Musikkapelle bzw. Feuerwehrkapelle“ hatten folgende Dirigenten:

1920 – 1970 Karl Müller aus Züttlingen

1970 – 1972 Willi Thren aus Siglingen

Nach dem Zusammenschluss mit dem Musikverein Siglingen:

1972 – 1975 Werner Bauer aus Siglingen

1975 – 1979 Alban Boos aus Neudenau

1980 - 2000 Klaus Kohler aus Duttenberg

2000 - Heribert Leibfried aus Neckarsulm

   
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